Kiel – Von Krise kaum eine Spur: Mehr Unternehmen als im vergangenen Jahr stellten sich gestern bei der Firmenkontaktmesse „contacts“ den rund 5000 Besuchern an der Universität Kiel vor.
„Im vergangenen Herbst hatten wir noch Angst, dass dieses Mal keiner mehr zur Firmenmesse kommt, aber das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet“, sagte Claudia Fink, Koordinationsleiterin des „contacts“-Teams. „Denn auch wenn die Firmen nicht mehr in gleichem Maße einstellen wie früher, mit den zukünftigen Fachkräften in Kontakt bleiben wollen sie trotzdem.“
Tatsächlich präsentierten insgesamt 53 Aussteller aus den unterschiedlichsten Branchen und Fachbereichen ihre Unternehmen bei der zehnten Firmenkontaktmesse an der Universität Kiel. Ob Drogerie oder Energieversorger, Bank oder Versicherung – gekommen waren alle mit dem gleichen Ziel, und das lautet: trotz Wirtschaftsflaute gute Leute an Bord ziehen.
„Auch wenn wir heute weniger einstellen als früher, möchten wir dennoch ein Zeichen setzen, dass es auch wieder bergauf geht und Kontakte zu Absolventen knüpfen – wer weiß schließlich, wie die Situation am Ende des Jahres aussieht“, sagte etwa Anne Kristin Knufinke von der Firma Jungheinrich.
„Flagge zeigen“ wollten auch die Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel. Zwar gebe es auch hier bekanntermaßen einen Personalabbau, jedoch sei man trotzdem gezielt auf der Suche nach Studenten aus den Bereichen Maschinenbau und Elektroingenieurwesen, sagte Volker Neumann, Personalrecruiter bei dem Energieversorgungsunternehmen.
Den Kontakt nicht nur zu den Studenten, sondern auch zu den anderen Firmen auf der Messe suchte Lars Brinkmann, Berater bei MLP in Kiel. „Mir geht es auch darum, mich mit den anderen Unternehmen auszutauschen, zum Beispiel, wie man mit den Absolventen der neuen Studiengänge umgeht, damit wir wissen, was wir von einem Bachelorstudenten erwarten können.“ Acht Stellen besetze MLP in diesem Jahr allein in Kiel.
Bei der Commerzbank zeigte man sich gestern trotz der vielen Kritik an der Bankenbranche aus den vergangenen Monaten optimistisch. „Wir hatten Anfragen von Studenten aus den unterschiedlichsten Bereichen, auch zwei Physiker haben sich über unser Trainee- Programm informiert. Das zeigt uns, dass das Berufsbild durchaus weiterhin so attraktiv ist wie früher“, sagte Rainer Hosberg.
Auffällig positiv beschrieb auch Anja Kozelnik von der Firma Rossmann die Resonanz unter den Studierenden. „Die Studenten in Kiel wissen sehr genau, was sie wollen und stellen uns konkrete Fragen. Das erleben wir nicht überall so.“ Bei den Umworbenen kam die Messe wie gewohnt gut an – die Besucherzahl schätzten die Veranstalter an diesem Tage auf 5000. Von Birte Schmidt
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